Arthrose ist eine sehr verbreitete Gelenkerkrankung. Der Knorpel, der die Knochenenden im Gelenk überzieht, wird dünner und rauer, bis an manchen Stellen Knochen auf Knochen reibt. An Hüfte und Knie beginnt das oft mit einem Anlaufschmerz: Die ersten Schritte am Morgen fallen schwer, später schmerzt das Gelenk auch in Ruhe und nachts.
Am Anfang stehen Bewegung und Krankengymnastik, Schmerzmittel, Spritzen ins Gelenk und, wenn nötig, eine Gewichtsabnahme. Bei jüngeren Menschen kann eine Operation, die die Beinachse begradigt, das Knie entlasten. Viele kommen damit lange gut zurecht.
Ein künstliches Gelenk kommt infrage, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und der Alltag deutlich leidet – beim Gehen, Treppensteigen, Anziehen oder Schlafen. Arthrose ist kein Notfall: Den Zeitpunkt bestimmen Patientinnen und Patienten mit. Für den vollständigen Ersatz des Kniegelenks gilt in Deutschland zudem eine Mindestmenge: Ein Krankenhausstandort darf ihn nur anbieten, wenn er genügend solcher Operationen im Jahr durchführt.
Eine Endoprothese ersetzt die zerstörten Gleitflächen. An der Hüfte sind das Pfanne und Kopf, am Knie die Oberflächen von Oberschenkel und Schienbein, manchmal auch die Rückseite der Kniescheibe. Die Teile bestehen aus Metall, Keramik und einem besonders festen Kunststoff und werden mit Knochenzement befestigt oder zementfrei im Knochen verankert.